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Frage zum Thema:
"vertrocknete Blätter an Ahorn"

Wir machen uns grosse Sorgen um unseren Ahorn auf der Terrasse. Vor 2 Wochen war alles noch in bester Ordnung, er war voller saftiger hellgrüner Blätter und plötzlich fielen ca 50/% der Blätter ab oder hingen büschelweise vertrocknet am Baum, auch ganze Ästchen sind vertrockent. Die vertrockneten Blätter sind über den ganzen Baum büschelweise verteilt. Ein Schädling ist von blossem Auge nicht erkennbar. Das Grün der gesunden Blätter hat etwas an Intensität verloren.

Die Antwort von Meiers Gartenteam

Die Ursachen für das Abwerfen der Blätter sind physiologische Störungen. Der Abwurf eines grossen Teils des Blattkleides ist eine Schutzmassnahme der Pflanze gegen Stress.

Unter herausfordernden, sehr wechselhaften Witterungsbedingungen kann es an exponierten Standorten dazu kommen, dass sich die Pflanze nicht in der Lage fühlt ihr Blattwerk ausreichend mit Feuchtigkeit aus dem Wurzelbereich zu versorgen. Der Grund ist kein Fehlen an Feuchtigkeit im Erdreich. Es handelt sich vielmehr um ein Transportproblem.

Bei anhaltend feuchter Witterung muss die Pflanze praktisch kein Wasser verdunsten. Die Zirkulation innerhalb der Pflanze bleibt dann praktisch eingestellt. Wenn die Witterung dann abrupt wechselt und plötzlich einsetzendes trockenes Wetter die Pflanze zwingt ihre interne Zirkulation quasi von 0 auf 100 in Betrieb zu setzen, kann dies zu Störungen im Rahmen der Versorgung führen. Zum Selbstschutz wirft dann die Pflanze einen Teil der Blätter ab um die Verdunstungsoberfläche zu reduzieren und dadurch den Feuchtigkeitshaushalt zu regulieren.

In Ihrem Fall wird das Problem für die Pflanze durch den extrem kleinen Topf und den Stamm zusätzlich verschärft. Der Stamm wirkt als „Nadelöhr“ durch welchen alle Säfte transportiert werden müssen. Der im Verhältnis zum Blattvolumen kleine Wurzelballen verhindert eine vernünftige Aufnahme von Feuchtigkeit aus dem Erdreich.

Aufgrund all dieser Rahmenbedingungen ist es daher absolut als „normal“ einzustufen, dass die Pflanze wie von Ihnen erwähnt momentan einen grossen Teil ihres Laubkleids abwirft. Sie versucht ihr Blattvolumen mit dem Topfvolumen in Einklang zu bringen um sich dadurch auf herausfordernden Witterungsbedingungen einzustellen.

Selbstverständlich schwächt dieser Prozess die Pflanze. Daher kann Sie auch anfälliger werden auf diverse Pilzkrankheiten welche wiederum das absterben einzelner Triebspitzen verursachen. Betroffene, abgestorbene Triebspitzen müssen umgehend weg geschnitten werden um ein weiteres Ausbreiten der Krankheit zu verhindern. Im kommenden Winter sollte die Pflanze in ein grösseres Gefäss umgepflanzt werden. Bis dahin muss das Abwerfen der Blätter toleriert werden.

 

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