Meiers Fragekasten

Frage zum Thema:
"Wollartige Schädlinge auf Apfelbaum"

Auf meinem seit letztem Jahr gepflanzten Apfelbaum tummeln sich diese Schädlinge, die eine wollartige Flüssigkeit auszuscheiden scheinen. Worum handelt es sich und wie werde ich diese los? Hat der Baum schon zuviel gelitten?

Die Antwort von Meiers Gartenteam

Bei den erwähnten und abgebildeten Schädlingen handelt es sich um Blutläuse. Diese sind in Nordamerika heimisch, wurde jedoch gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa verschleppt. Der Name kommt daher, dass wenn die Laus zerdrückt wird, die blutrot gefärbte Leibeshöhlenflüssigkeit austritt.

Der Schaden der Blutläuse ist mehr indirekter Art, d.h. durch die Saugtätigkeit der Blutlaus wird das pflanzliche Gewebe zu einer abnormen Zellbildung angeregt, sodass sich in der Folge Wucherungen (so genannter "Blutlauskrebs") ausbilden können. Diese Gallbildung kann bei jungen Bäumen zu starken Missbildungen führen. Neben diesen Gallen kommt es durch das Saugen auch zu Störungen der Holzreife und des Triebwachstums und somit zu einer erhöhten Frostempfindlichkeit der Bäume. Unter Umständen finden sich die Kolonien auch an den Früchten.

Stärker befallene Stellen lassen sich ausschneiden oder auch abbürsten (Stellen anschliessend mit Wundverschlussmittel verstreichen). Eine intakte Nützlingsfauna macht eine Bekämpfung häufig überflüssig. Anzuführen sind hier Marienkäfer, Ohrwurm, Larven der Schwebfliegen und Florfliegen und insbesondere die Blutlauszehrwespe. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln genügt ein frühzeitiger lokaler Einsatz auf die betroffenen Stellen bzw. ein direktes einpinseln mit Belrose gegen Läuse von Maag, wobei auf eine gründliche Benetzung zu achten ist; eine vollständige Baumbehandlung ist nicht erforderlich. Da die Blutlaus in mehrschichtigen Kolonien, oft noch versteckt in Rindenritzen lebt und mit einer Wasser abstossenden, weissen Wachswolle versehen ist, hat eine Spritzmitteleinsatz nicht immer den gewünschten Erfolg. Wegschneiden (so gut als möglich) und einpinseln der betroffenen Stellen ist somit am ratsamsten.

Einsendung

November 2018

 

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