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Baumgesundheit – wie Sie die Widerstandskraft Ihrer Bäume stärken können.

02.02.2018

ERWIN MEIER-HONEGGER
Garten-Center Meier, Dürnten


Erschienen im HEV Schweiz, 2/2018


Die Winterstürme anfangs Jahr haben an vielen Bäumen zu Bruchschäden geführt. Solche Verletzungen können Eintrittspforten für Infektionen sein. Was bei jüngeren Ästen und oberflächlichen Blessuren kein Problem darstellt, da das Holz schnell regeneriert, führt bei älteren Ästen und tieferen Verletzungen speziell in der Winterzeit oft zu Problemen. Auch beim Baumschnitt spielt die Jahreszeit im Hinblick auf die Gesundheit und Widerstandskraft der Bäume eine wichtige Rolle.

Burglind führte zu Bruchschäden an zahlreichen Bäumen. In den betroffen Bäumen wuchern nun Fäulnispilze, die häufig über ungepflegte Schnittstellen oder Verletzungen ins Holz eindringen. Klassische Wundverschlussmittel können dies nicht verhindern. Dass solche Mittel mehr schaden als nützen, ist schon länger bekannt. Bis jetzt gab es jedoch keine Möglichkeit, Wundparasiten aktiv zu reduzieren. Neu kann mit einem Pflanzenstärkungsprodukt auf Basis von natürlich vorkommenden und gutartigen Pilzen die Pflanzengesundheit gefördert und eine schnelle Überwallung von Wunden bewirkt werden.

Kambium muss aktiv bleiben
Jede Verletzung und jede Schnittstelle an einem Baum oder Strauch ist Eintrittspforte für Infektionen. Bei jüngeren Ästen oder oberflächlichen Verletzungen ist eine Verletzung kein Problem. Das Kambium – die Zellschicht direkt unter der Rinde – bildet immer neue Zellen und heilt diese Wunden. Wird ein älterer oder dicker Ast abgesägt, heilt zwar die äusserste Kambium-Schicht um den abgesägten Ast herum, jedoch regeneriert das innere Holz nicht. Alle Zellen an der Schnittfläche zur Astmitte sterben ab. Und alles, was tot ist, wird in der Natur früher oder später durch Bakterien und Pilze zersetzt.

Im Idealfall gelingt es den Bäumen, die Grenze zwischen der äusseren Kambium-Schicht – das ist die weiche Holzschicht unter der Rinde – und dem absterbenden Splintholz abzugrenzen, um dem Angriff von Pilzen und Bakterien zu trotzen. Das funktioniert aber nur, wenn das Kambium nicht abstirbt und aktiv bleibt.

Die richtige Schnittzeit
In der Winterzeit ist das Kambium in seiner Aktivität stark eingeschränkt und kann keine Schutzzone aufbauen. Ein früher Winterschnitt verlängert diese «wehrlose» Zeit, ein später Winterschnitt verkürzt sie. Die Schnittzeit hat somit entscheidende Auswirkungen auf die Gesundheit des Baumes. Durch den Schnitt zum Ende des Winters hin oder während der Vegetation sind die Kambiumzellen sofort aktiv. Die Zellen in der Übergangszone werden jedoch mit der Zeit älter, und der Schutz wird schwächer. Irgendwann hält diese Schutzmauer nicht mehr, und Pilze und Bakterien rücken von innen nach aussen nach. Ein Wettlauf zwischen Zuwachs und innerer Zersetzung beginnt. Es ist wichtig, dass man Bäume vital hält, damit sie genug zuwachsen, um so den Schadorganismen gewissermassen davonwachsen können. Genau für diesen Zweck entwickelten Forscher der MycoSolutions AG in St. Gallen ein hocheffektives, umweltfreundliches Stärkungs- und Düngemittel.

Hemmende Wirkung gegen schädliche Pilze
Im Labor von MycoSolutions AG – einem Spin-off der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) – werden Trichoderma-Arten als Widersacher gegen schädliche Pilze selektiert. Diese aufwendig gezüchteten Antagonisten machen wichtige Nährelemente für Bäume besser verfügbar und regulieren die Bildung von Botenstoffen (z. B. Salicylsäure), die die Wundheilung und das Wurzelwachstum fördern. In zahlreichen Projekten im In- und Ausland konnte der Zustand von angeschlagenen Bäumen deutlich verbessert werden. In einigen Fällen erholten sich die geschwächten Bäume trotz enormen Trockenstresses während der heissen Sommermonate rasch und bildeten 30 bis 40 Prozent mehr Laub. Das mikrobielle Gleichgewicht im Boden wurde wiederhergestellt, so dass sich der Baum aus eigener Kraft gegen Schaderreger wehren konnte.

Hilfe für den Hausgarten
Auch Bäume im eigenen Garten lassen sich mit einem Pflanzenstärkungsprodukt auf Basis von natürlich vorkommenden und gutartigen Pilzen stärken. Das von MycoSolutions AG entwickelte Produkt «Avengelus F» ist ein wasserlösliches Gel, das man zur präventiven Behandlung und zur Stärkung der Vitalität von Pflanzen einsetzt. Das wasserlösliche Gel wird auf Schnittstellen aufgetragen oder mit Wasser verdünnt in den Wurzelbereich gegossen. Besonders hilfreich ist die Anwendung bei jenen Pflanzen, die in den vergangenen Jahren häufig von Absterbeerscheinungen betroffen waren: Ahorn, Aprikosenbäume, Clematis und Himbeerpflanzen zum Beispiel.

Schnittstelle
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Baumgesundheit
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