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Tag 13 nach dem Neustart

08.05.2020

Emotionen um Generationen - ein Missverständnis schlägt Wellen.

Treffpunkt für Generationen


Neben aller Hektik waren die vergangenen Tage ein Vergnügen: Es ist unbeschreiblich schön, wieder mitten in der Kundschaft stehen zu dürfen. Jeder Tag bleibt jedoch auch ein anspruchsvolles Wechselbad der Gefühle: Möglichst alle glücklich zu machen und gleichzeitig das distanzierte Nebeneinander zu gewährleisten, ist ein gewaltiger Spagat.

Unter diesem Eindruck erreichten mich auch zahlreiche Medienanfragen. In den Interviews bemühte ich mich den erwähnten Spagat zu erklären und meinen Respekt vor der grossen Zahl älterer Besucherinnen und Besucher zum Ausdruck zu bringen. Diese Aussagen wurden in einigen Berichterstattungen so ausgelegt, dass ich diese so genannte „Risikogruppen“ nicht bei mir im Garten-Center bedienen möchte.

Ob dieser diskriminierenden Interpretation erreichte mich geharnischter Protest. Was mir einfalle, einen weiteren Keil zwischen alt und jung zu treiben. Und ob ich überhaupt wisse, wer meine wichtigste Kundschaft sei?

Missverständnis!

Es ist ein frustrierendes Erlebnis, wenn die eigene Aussage ins komplette Gegenteil verdreht interpretiert wird. Denn was mir an meiner Arbeit täglich am meisten Freude bereitet, ist ja genau dieser Generationen verbindende Treffpunkt sein zu dürfen. Wo sonst treffen sich drei Generationen zum gemeinsamen Vergnügen? In welches Geschäft gehen Mutter, Tochter und deren Kinder gemeinsam zum Einkauf?

Dieser wunderbare Schmelztiegel der Generationen sein zu dürfen, ist in Zeiten von gesundheitlicher Gefahr mit grosser Verantwortung verbunden. Was mir den Schlaf raubt, ist weniger der Ertragsausfall des 'Lockdown', sondern viel mehr das miteinander und nebeneinander von alt und jung sicher ermöglichen zu können. Denn die ältere Generation ist unsere wertvollste Kundschaft und soll endlich wieder Blumen und einen kurzen Moment der Bewegungsfreiheit geniessen dürfen.

Folgende Rückmeldung einer Kundin fasst es besonders schön zusammen:

„Vielen Dank, dass sie so wunderbar Sorge zu Ihrer Kundschaft tragen. Mein Mami (77) war auch dort. Das erste Mal nun seit 7 Wochen, wo sie wieder ausser Haus war und selber einkauften durfte. Was sie mega gefreut hat! Auch wenn sie nun schön brav wieder zu Hause bleibt. Aber das war nun ein Highlight für sie…“

Endlich dürfen nun auch andere Geschäfte wieder öffnen. So wird sich das Interesse der Medien von uns abwenden und wir verschwinden von deren Radar. Und während ich dies schreibe, summe ich den wunderbaren Liedtext des Cantautore Niccolo Fabi:

„Per ogni cosa c'è un posto
ma quello della meraviglia
è solo un po' più nascosto.“

('Il negozio di antiquariato' aus dem Album 'La cura del tempo' von 2003)

Erwin Meier-Honegger

 
 

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